Nachgeholte Installation

Dekan Saalfrank mit Pfr.Moßdorf und Assistierenden
Bildrechte: Jürgen Moßdorf

Im Zuge des Abendgottesdienstes am vergangenen Sonntag wurde Pfr. Moßdorf auf der Pfarrstelle Leupoldsgrün eingeführt.

Dekan Saalfrank betonte die Beständigkeit und die Stabilität auf der Stelle. Moßdorf war bereits im Probedienst auf der Stelle in Leupoldsgrün und in der Altenheimseelsorge eingesetzt. Seit 01.03.2020 hat er die Stelle regulär inne.

In seiner Predigt betonte der Theologe:

Es ist eine Weile her, dass wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben, liebe Leupoldsgrüner*innen. Über das Stadium der Fremden sind wir heraus. Und doch: das Gemeindeleben ist oft Alltag ist nebenher. Manchmal ist es Krise – man wird sich fremd. Doch vor allem ist Gemeinde eines: Auf dem Weg sein. Pfarrer geworden bin ich für die Momente in denen ich Wegbegleiter sein kann und für die in denen ich Wegbegleitung erfahre. Das sind Momente, in denen wir erleben: Gott ist mit auf dem Weg. Mir fallen einige ein – ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Abstufung: Da sind die Waldgottesdienste im Kalkofen – bei denen trotz aller Wettervorhersagen uns noch jedes Jahr die Sonne besucht hat. Da sind die Konfifreizeiten, auf denen ich eine Salbungsstation anbiete und mit Konfis Gottes Segen erleben und erlebbar machen darf. Da sind das Lächeln und der Händedruck am Kircheneingang. Der enthusiastische Ruf eines Kindergartenkindes: "Da ist der Herr Pfarrer", wenn ich für ein Angebot auf den Hohen Stein gehe. Zusammen Essen und sitzen: Kirchweihkaffee, Mitarbeitendenempfang. Die Glaubensbande. Die Klänge der Glocken, die von einer Ruhestöhrung zum Teil des Lebens geworden. Einem Teil, den ich vermisse, wenn ich einmal wo anders übernachte. Das Lächeln der Menschen mit Demenz bei den Andachten. Die Freude beim gemeinsamen Singen. Vorallem sind es Begegnungen. Begegnungen mit Trauernden, mit Paaren vor der Hochzeit, mit stolzen Taufeltern oder betagten Jubilaren. Begegnungen im Kirchenvorstand und bei Dienstbesprechungen, auf der Pfarrkonferenz und im Altersheim. Begegnungen im Klassen- und Lehrerzimmer. Begegnungen in und um die Kirche oder beim Spazieren mit dem Kinderwagen. Gespräche, oft mit Arbeit verbunden. Gespräche auch mit Meinungsverschiedenheiten. Gespräche oft einfach nur Alltag. Und doch ist er oft da: Der Moment, in dem ich merke: Es ist gut, dass ich genau hier bin. Diese Welt, diese Gemeinde und vor allem dieser Mensch: Sie tragen Schönheit in sich, Liebe, Freundschaft und Vertrauen. Wir sind hier gemeinsam auf dem Weg. Und mehr noch: Da ist einer mit uns auf dem Weg. In unserer Gemeinschaft liegt eine Kraft, die größer ist als unser aller Vermögen. Gott ist mit auf dem Weg.